Fingerfood, das auch Gourmets überzeugen kann
5. Oktober 2010Peter war ein echter Genießer-Typ. Er ging gern auswärts essen und nahm sich für die Gerichte viel Zeit. Entgegen dem Klischee, dass sich Frauen bei der Speisekarte nie entscheiden konnten, hatte seine Gattin meist schon längst gewählt, während er immer noch die Karte studierte, was seine Frau oft zur Weißglut brachte. Bei jeder Party oder Veranstaltung, zu der die beiden eingeladen waren, nahm Peter zuallererst das Essen in Augenschein. Selbst bei der Hochzeit ihres gemeinsamen Sohnes hatte er mehr Zeit beim Buffet verbracht als anderswo. Ihn hatte nämlich das angebotene Fingerfood fasziniert, wie er seiner Frau später ausführlich berichtete. Zuerst war er skeptisch gewesen, ob man so etwas wirklich zu einer festlichen Veranstaltung wie einer Hochzeit anbieten konnte, doch es sah nicht nur appetitlich aus, sondern schmeckte auch vorzüglich. Der Lieferservice Berlin hatte ganze Arbeit geleistet und Peter ließ es sich nicht nehmen dort persönlich anzurufen und den Mitarbeitern dies mitzuteilen. Seiner Frau war das sehr unangenehm, doch die Angestellten freuten sich über Peters Lob und schickten ihm sogar eine Gemüsekiste nach Hause. Da staunte seine Frau nicht schlecht. Am Wochenende kochte sie mit dem Gemüse eine leckere Suppe, die Peter so gern aß. Er lobte ihre Kochkunst, was sie fröhlich stimmte, da sie wusste, dass er ein Kenner war und ein Lob von ihm viel wert war. Doch woher stammte Peters Begeisterung für Essen? Er war selbst Koch gewesen und hatte in diversen Restaurants gearbeitet. Zuletzt war er beim Lieferservice Hamburg angestellt und kochte von morgens bis abends. Als er dann in Rente ging, war er der Meinung, dass er genug in seinem Leben gekocht hatte und überließ seiner Frau diese Aufgabe. Sie hatte nichts dagegen, denn endlich blockierte ihr Mann nicht mehr ständig die Küche. Obwohl Peter nun nicht mehr selbst den Kochlöffel schwang, ließ sein Interesse an Essen nicht nach. Ganz im Gegenteil nahm es eher noch zu, weil er nun sein Hauptaugenmerk auf das Bewerten des Essens legte. Dabei probierte er alles und hatte auch nichts gegen Fastfood einzuwenden. Schließlich wollte Peter über jede mögliche Speise Kenntnis besitzen. So verschlug es ihn und seine Frau auch schon einmal in ein Restaurant einer bekannten Fastfoodkette. Seine Frau bestellte nur einen Salat, weil das ganze Essen ihr langsam aber sicher auf ihre Hüften ging, doch Peter bestellte munter diverse Burger. Bald hatte er sich ein umfangreiches Wissen über jede möglichen Länderküchen angeeignet.